Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie Pflanzengemeinschaften über verschiedene räumliche und zeitliche Skalen hinweg strukturiert, erhalten und verändert werden. Unsere Forschung konzentriert sich auf die Mechanismen, die die Pflanzenvielfalt, die Zusammensetzung von Gemeinschaften und die Funktionsweise von Ökosystemen unter sich verändernden Umweltbedingungen beeinflussen.
Wir befassen uns mit den Wechselwirkungen der Biodiversität in Bezug auf Klimawandel, Landnutzungsänderungen und andere anthropogene Belastungen in einer Reihe von Ökosystemen, darunter alpine, arktische, boreale, Feuchtgebiets- und Küstensysteme. Durch die Kombination aktueller Felddaten mit langfristigen Vegetationsaufzeichnungen und großen Merkmalsdatensätzen verbinden wir kurzfristige ökologische Prozesse mit langfristigen Mustern veränderter Biodiversität.
Forschungsansatz und Infrastruktur
Wir verbinden klassische Phytosoziologie, moderne Vegetationsökologie und Biogeografie mit funktionalen Merkmalsansätzen und quantitativen Methoden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von Pflanzen-Umwelt-Interaktionen mit Prozessen in frühen Lebenszyklusphasen (Fortpflanzung, Regeneration und Etablierung), um das Verständnis der Vegetationsdynamik unter globalen Veränderungen zu verbessern.
Die Gruppe betreibt ein Labor für funktionelle Ökologie, das experimentelle, feldbasierte und datengestützte Forschung zu funktionellen Merkmalen von Pflanzen über Organe und Lebensstadien hinweg unterstützt. Die Infrastruktur ermöglicht die Messung von Merkmalen vegetativer und insbesondere regenerativer Organe, darunter Pollen, Samen und Sämlinge. Zur Ausstattung gehören Einrichtungen für die bildbasierte Analyse anatomischer und morphologischer Strukturen von Pflanzen sowie für die experimentelle Manipulation von Umweltbedingungen (z. B. Temperatur und Feuchtigkeit). Überdies hat die Gruppe Zugang zu Gewächshäusern mit kontrollierten Wachstumsbedingungen und Feldstandorten auf dem Campus, was experimentelle und beobachtende Studien unter halbkontrollierten und natürlichen Bedingungen ermöglicht. Ergänzt werden diese Einrichtungen durch Standard-Feldausrüstung für Vegetationserhebungen und Merkmalsprobenahmen sowie durch Rechenressourcen für statistische Analysen und Datenintegration.
Vegetationsveränderungen im Verlauf der Zeit
Ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Analyse langfristiger Vegetationsveränderungen. Durch die Kombination historischer Datensätze (phytosoziologische Archive, historische Karten und Herbarien) mit aktuellen Nacherhebungen quantifizieren wir Veränderungen in der Artenzusammensetzung, der funktionalen Struktur und den Ökosystemmerkmalen. Auf diese Weise können wir die jeweiligen Auswirkungen von Klimawandel, Landnutzungswandel und veränderten Störungsregimen auf die Gestaltung von Pflanzengemeinschaften aufschlüsseln.
Ökologische Mechanismen
Wir nutzen funktionelle Eigenschaften von Pflanzen, um die Artenzusammensetzung mit Ökosystemprozessen in Verbindung zu bringen. Unsere Forschung untersucht, wie Merkmale in Bezug auf Wachstum, Regeneration (z. B. Samen und Pollen), Stresstoleranz und Ressourcenakquise die Leistungsfähigkeit von Arten unter sich verändernden Umweltbedingungen bestimmen. Diese mechanistische Perspektive ermöglicht es uns, über beschreibende Muster der Biodiversität hinauszugehen und die Prozesse zu identifizieren, die die Zusammensetzung von Lebensgemeinschaften, deren Widerstandsfähigkeit und die Funktionsweise von Ökosystemen bestimmen.
Regenerationsökologie und frühe Lebensstadien
Ein besonderes Augenmerk liegt auf regenerativen Merkmalen: Eigenschaften von Gametophyten und Blüten, Samenverbreitung, Samenbanken, Keimungsstrategien, Pollen und Keimlingsleistung. Die frühen Lebensstadien bestimmen oft das Überleben einer Art und ihr Migrationspotenzial im Kontext des globalen Wandels. Durch die Verbindung experimenteller Ansätze mit großräumigen vergleichenden Analysen untersuchen wir, wie Fortpflanzungs- und Regenerationsstrategien die Reaktionen von Pflanzen auf Klima- und Landnutzungsänderungen beeinflussen.
Lehre: Praxisnah und fundiert
Unsere Lehrveranstaltungen umfassen Pflanzensystematik, Pflanzenökologie, Vegetationskunde und Biogeographie in Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengängen. Das Angebot beinhaltet Grundlagenkurse (z. B. Pflanzenbestimmung), methodenorientierte Module (z. B. Angewandte Vegetationskunde und Datenanalyse für Naturwissenschaften) sowie Fortgeschrittenenkurse zu Ökosystemdynamik und globalem Wandel (z. B. „Biodiversität“ und „Biogeographie“).
Ein starker Schwerpunkt liegt auf der Feldforschung, der Artenbestimmung und der Verknüpfung empirischer Daten mit quantitativer Analyse. Die Lehrveranstaltungen kombinieren Vorlesungen, Praktika, Exkursionen und projektbasierte Formate, wodurch die Studierenden sowohl konzeptionelles Verständnis als auch anwendungsbezogene Fähigkeiten erwerben, die für Forschung und Praxis relevant sind.
Eine aktuelle Übersicht über alle Lehrveranstaltungen, einschließlich detaillierter Modulbeschreibungen und aktueller Stundenpläne, ist über das Vorlesungsverzeichnis verfügbar.
Wir heißen motivierte Studierende und Forschende willkommen, die sich für Vegetationsökologie, funktionelle Pflanzenökologie, Phytosoziologie oder Biodiversitätsforschung interessieren. Unsere Gruppe bietet ein kooperatives Umfeld mit Feldarbeit, experimentellen Ansätzen und quantitativer Datenanalyse in Hannover – einer lebendigen Universitätsstadt mit ausgezeichneter Infrastruktur, starken Forschungsnetzwerken und guter Anbindung an die vielfältige Landschaft Norddeutschlands. Der Standort bietet eine attraktive Balance zwischen hohen akademischen Standards, internationaler Vernetzung und hoher Lebensqualität.
Wenn Sie mit uns forschen möchten, nehmen Sie bitte frühzeitig Kontakt auf, um Themen und Finanzierungsmöglichkeiten zu besprechen. Fügen Sie Ihrer Nachricht eine kurze Beschreibung Ihrer Forschungsinteressen, Ihres Werdegangs und Ihrer Verfügbarkeit bei.
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30419 Hannover