Die Abteilung für Physische Geographie und Landschaftsökologie heißt Dr. Filipe Bernardo willkommen, der im Rahmen des portugiesischen FCT-Mobilitätsprogramms für den internationalen Austausch von Postdoktoranden einen Forschungsaufenthalt von drei Monaten absolviert. Dr. Bernardo ist Wissenschaftler am Institut für Vulkanologie und Risikobewertung und in der Gaspar Frutuoso Foundation der Universität der Azoren, einer Partnerinstitution im laufenden Horizon-Europe-Projekt SELINA.
Im Anschluss an das Projekt besteht das Hauptziel dieses Forschungsaufenthalts darin, die Bewertung der Nachhaltigkeit von Ökosystemleistungen auf kleinen und mittleren Inseln wie den Azoren voranzutreiben, deren Bevölkerung stark von einem begrenzten und räumlich eingeschränkten Angebot an Ökosystemleistungen abhängig ist, was zu verschärften Konflikten zwischen ökologischem Naturschutz und sozioökonomischer Entwicklung führt. Inselgebiete sind in Ökosystemdienstleistungsbewertungen nach wie vor unterrepräsentiert, was vor allem auf methodische Herausforderungen wie Datenknappheit, hohe ökologische Heterogenität und Schwierigkeiten bei der Erfassung zeitlicher Dynamiken und Unsicherheiten zurückzuführen ist.
Folgenden Fragestellungen wird sich Dr. Bernardo konkret widmen:
- Identifizierung der wichtigsten Einflussfaktoren und Belastungen, die den Zustand des Ökosystems und die Bereitstellung von Ökosystemleistungen im Inselkontext beeinflussen.
- Analyse von Zielkonflikten unter kontrastierenden entwicklungs- und schutzorientierten Szenarien.
- Untersuchung der zeitlichen Dynamik und der Unsicherheitsquellen bei der Bewertung von Ökosystemleistungen.
- Inselkontext-spezifische methodische Anpassungen.
Die Zusammenarbeit stärkt den internationalen Forschungsaustausch und trägt zur Entwicklung fundierterer Bewertungen von Ökosystemleistungen bei, um eine nachhaltige Nutzung natürlicher Resourcen zu fördern, insbesondere in gefährdeten Regionen wie den EU-Gebieten in Randlage und Übersee.
Die Abteilung Physische Geographie freut sich auf den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit während dieses Forschungsaufenthalts und wünscht Dr. Bernardo viel Erfolg!